Wo heute ein Leser außen am Gerät hängt
An Zeiterfassungsterminals, Ausgabeschränken, Automaten oder Maschinen soll eine Karte etwas auslösen: anmelden, freischalten, buchen. Oft hängt dafür ein Tischleser am USB-Kabel neben dem Gerät oder wird nachträglich an die Front geschraubt. Das funktioniert, wirkt aber wie ein Provisorium, und das Kabel ist die erste Stelle, an der im Betrieb etwas abreißt.
Eine eigene Leserschaltung zu entwickeln, ist dagegen ein Projekt für sich: Antennenanpassung, Kartenprotokolle, Authentifizierung und Firmware. Ein Lesemodul nimmt diesen Teil ab. Das CT modEAx900 ist für genau diesen Einbau gebaut: eine Platine von 35 × 30 mm und 4,5 mm Bauhöhe, die hinter die Front des Geräts kommt.
So arbeitet das Modul
Auf dem Modul sitzen der Reader-IC NXP CLRC663 und ein 32-Bit-Prozessor. Der Reader-IC erzeugt über eine externe Antenne das Feld bei 13,56 MHz, der Prozessor führt die Kartenprotokolle aus. In den Versionen -UV, -TL und -48 spricht der Host, also der Mikrocontroller oder PC im Gerät, das Modul über ein binäres Rahmenprotokoll an; das -UP meldet sich als PC/SC-Leser.
- Karte erkennen. Das Modul sucht Karten im Feld und trennt mehrere Karten per Antikollision. Für einfache Anwendungen erkennen die Versionen -UV, -TL und -48 ISO-14443-A- und ISO-15693-Karten auch automatisch und geben ihre UID ohne Befehl aus, dann mit nur einer Karte je Typ im Feld; die Einstellung lässt sich als Einschaltzustand speichern.
- Karte bearbeiten. Kartenspezifische Abläufe wie die MIFARE-Authentifizierung, Wertblöcke oder die DESFire-Dateiverwaltung laufen im Modul. Der Host schickt einen kurzen Befehl und bekommt das Ergebnis zurück.
- Rückmeldung geben. Unter Modulsteuerung zeigt die zweifarbige Status-LED in der Platinenmitte eine erkannte Karte grün und einen empfangenen Befehl blau; der Host kann die LEDs auch selbst schalten. Ein Lichtleiter (nicht im Lieferumfang) bringt das Signal an die Gerätefront.
Das Rahmenprotokoll arbeitet standardmäßig mit 19.200 bit/s und lässt sich bis 115.200 bit/s einstellen. Das technische Handbuch beschreibt Hardware, Einbau, Protokoll und jeden Befehl im Detail.
Vier Schnittstellen, ein Format
Das CT modEAx900 gibt es in vier Versionen. Kontur, Lochbild und Antennenanschluss sind gleich, die Anbindung an den Host unterscheidet sich:
- CT modEAx900-UV: USB 2.0 Full Speed als virtueller COM-Port, für PCs und Embedded-Systeme, die eine serielle Schnittstelle erwarten.
- CT modEAx900-UP: USB als PC/SC-Leser, für Software, die Chipkarten schon über PC/SC anspricht. Diese Version unterstützt MIFARE Classic, Ultralight, DESFire, ISO 14443-4 Typ A und B sowie ISO 15693.
- CT modEAx900-TL: TTL-UART mit 3,3-V-Pegeln, direkt am Mikrocontroller.
- CT modEAx900-48: RS485 mit Geräteadressen von 0x01 bis 0xFF für mehrere Leser an einer Leitung, dazu drei 3,3-V-Logikausgänge für Signale an eine Steuerung. Relais und andere Lasten brauchen eine Treiberstufe.
Alle Versionen arbeiten mit 5 V DC bei höchstens 250 mA. Angeschlossen werden sie über einen PanelMate-Steckverbinder, vierpolig, beim -48 siebenpolig.
Die Antenne: im Sandwich oder direkt hinter der Front
Das Modul betreibt eine externe 50-Ω-Antenne über eine U.FL-Buchse. Die passende Antenne modAx3035 hat dieselbe Kontur von 35 × 30 mm und dasselbe Lochbild wie das Modul und kommt mit 10 cm Antennenkabel. Sie lässt sich als Sandwich auf die Modulplatine setzen oder getrennt davon direkt hinter der Gerätefront montieren. Alternativ gibt es die Ringantenne modAx25 mit 25 mm Außendurchmesser.
Glas und Kunststoff vor der Antenne sind zulässig, Metall in ihrer Nähe kostet Reichweite. Für den Einbau gelten drei Regeln aus dem Handbuch:
- In einer Metallfront braucht die Antenne ein Fenster, das rundum 5 bis 10 mm größer ist als die Antenne.
- Sitzt die Antenne vertieft, wächst das Fenster mit: Fenstergröße = Antennengröße + 2 × 10 mm + 2 × Einbautiefe.
- Hinter der Antenne möglichst mehr als 30 mm Abstand zu Metall halten.
Mit einer MIFARE-Classic-Karte im ISO-Format liegt die typische Lesereichweite bei 50 mm. Wie viel davon im fertigen Gerät bleibt, hängt von Front, Abstand und Umgebung ab. Das gehört in einen Test am Muster.
Welche Karten das Modul liest
Das Modul unterstützt ISO/IEC 14443 A und B, ISO/IEC 15693, ISO/IEC 18000-3 Mode 3 und FeliCa. In den Versionen -UV, -TL und -48 gibt es fertige Befehlssätze für MIFARE Classic 1K/4K/Mini, MIFARE Ultralight mit C, EV1 und AES, MIFARE Plus und MIFARE DESFire D40, EV1, EV2 und EV3, dazu für ISO-14443-4-CPU-Karten, SR176, SRI512/1K/2K/4K und ISO-15693-Tags.
Für Zutritt, Zeiterfassung oder die Freigabe an Maschinen gilt: Die Seriennummer (UID) einer Karte ist kein Sicherheitsmerkmal, jeder Leser kann sie lesen, und sie lässt sich nachbilden. Wer Karten zur Berechtigung nutzt, setzt auf kryptografisch gesicherte Authentifizierung, etwa mit MIFARE DESFire EV2 oder EV3; das Modul führt die Authentifizierung selbst aus. Passende HF-Karten und -Tags liefert IDCRAFT auf Wunsch kodiert.
Technische Daten
- Frequenz: 13,56 MHz
- Reader-IC: NXP CLRC663, dazu 32-Bit-Prozessor
- Standards: ISO/IEC 14443 A/B, ISO/IEC 15693, ISO/IEC 18000-3 Mode 3, FeliCa
- Karten: MIFARE Classic, Ultralight, Plus, DESFire bis EV3; ISO-14443-4-CPU-Karten; SR176, SRI; ISO-15693-Tags; -UP: kleinerer Umfang
- Lesereichweite: typisch 50 mm (MIFARE Classic, ISO-Karte)
- Host-Schnittstelle: USB (virtueller COM-Port oder PC/SC), TTL-UART 3,3 V oder RS485
- Protokoll (-UV, -TL, -48): binäre Rahmen mit XOR-Prüfsumme, 19.200 bit/s, bis 115.200 bit/s
- Antenne: extern, 50 Ω, U.FL
- Versorgung: 5 V DC, max. 250 mA
- Abmessungen: 35 × 30 × 4,5 mm, vier Bohrungen Ø 2,6 mm im Raster 31 × 26 mm
- Betriebstemperatur: −20 bis +80 °C (Elektronik ohne Gehäuse)
- Status-LED: blau/grün, für Lichtleiter vorbereitet
- Firmware-Update: über USB oder UART
Was vor dem Projekt zu klären ist
- Karten: Welche Karten sind im Umlauf, und dienen sie nur der Identifikation oder auch der Berechtigung? Danach richten sich Befehlssatz und Sicherheitskonzept.
- Host: Hängt das Modul an einem Mikrocontroller, an einem PC oder mit weiteren Lesern an einem Bus? Spricht vorhandene Software Chipkarten schon über PC/SC an?
- Front und Einbauort: Material und Stärke der Front, Metall in der Nähe, gewünschter Leseabstand. Daraus folgen Antenne und Position.
- Vorgänger: Gibt es ein Protokoll aus einem bisherigen Leser, das die Host-Software weiter sprechen soll?
- Stückzahlen: Muster, Vorserie und Serie.
Diese Punkte gehen wir mit Ihnen und einem Muster durch, bevor ein Projekt startet. Einen Überblick über alle Bauformen gibt RFID Reader und Lesegeräte; das Modul selbst steht in der Kategorie NFC Reader-Module.
Projekt anfragen
Schicken Sie uns Anwendung, Kartentypen, Host-Schnittstelle, Einbausituation und Stückzahlen. Wir sagen Ihnen, welche Version und welche Antenne passen, und nennen Muster- und Projektpreis.
Projekt anfragen: Anfrage zum CT modEAx900 · Produktseite und Datenblatt
Häufige Fragen
Welche Karten liest das CT modEAx900?
Karten nach ISO/IEC 14443 A und B, ISO/IEC 15693, ISO/IEC 18000-3 Mode 3 und FeliCa, darunter MIFARE Classic, Ultralight, Plus und DESFire bis EV3. Die PC/SC-Version -UP unterstützt einen kleineren Kartenumfang.
Wie weit liest das Modul?
Typisch 50 mm mit einer MIFARE-Classic-Karte im ISO-Format. Im Gerät hängt die Reichweite von Antenne, Front und Metall in der Umgebung ab.
Liest das Modul durch eine Glas- oder Kunststofffront?
Ja, Glas und Kunststoff vor der Antenne sind zulässig. Eine Metallfront braucht ein Fenster vor der Antenne; die Maße stehen oben und im technischen Handbuch.
Welche Version brauche ich?
Das -TL für den Mikrocontroller, das -UV für PC und Embedded-Systeme mit serieller Schnittstelle, das -UP für vorhandene PC/SC-Software und das -48 für mehrere Leser an einem RS485-Bus.
Gibt es eine Befehlsreferenz?
Ja. Das technische Handbuch beschreibt Hardware, Einbau, Protokoll und alle Befehle der Versionen -UV, -TL und -48. Wir stellen es Ihnen auf Anfrage bereit.
Was kostet das Modul, und wann ist es lieferbar?
Muster- und Projektpreise sowie Verfügbarkeit nennen wir auf Anfrage, je nach Version und Stückzahl.











